Der Kranich als Friedenssymbol

Internationale Friedensschule Bremen
Ort Der Begegnungen Der Generationen Und Kulturen

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Deutsch-Italienische Gesellschaft Bremen e.V.
und
Projekt 'Internationale Friedensschule Bremen'
im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack
- Ort der Begegnungen der Generationen und Kulturen -


Comandante Rodolfo – der Deserteur und Partisan aus Bremen

Die Internationale Friedensschule Bremen und die Deutsch-Italienische Gesellschaft Bremen e.V. berichten im Rahmen der Aktionswoche - Gemeinsam gegen Ausgrenzung und Diskriminierung über den in Bremen aufgewachsenen Rudolf Jacobs.

1986 wurde mit der Aufstellung der Plastik „Dem unbekannten Deserteur“ erstmals im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus auf die Diskriminierung von Wehrmachts-Deserteuren in West-deutschland aufmerksam gemacht. In der Folgezeit war die politische und gesellschaftliche Ausgrenzung von Deserteuren und ihrer Angehörigen Thema im Bürgerhaus Bremen-Vegesack.

Seit 2014 befindet sich neben „Dem unbekannten Deserteur“ eine Tafel, die an den Bremer Bauingenieur Rudolf Jacobs erinnert.
Jacobs war 1944 als Kapitänleutnant in Norditalien stationiert. Er desertierte und kämpfte anschließend mit den Partisanen gegen die italienischen Faschisten. Bei einem Angriff kam er in der ligurischen Stadt Sarzana ums Leben.
In Bremen ist Rudolf Jacobs fast vergessen. In Italien wird er bis heute hoch verehrt. In Sarzana wird regelmäßig an ihn erinnert.

Mit unserer Veranstaltung bieten wir die Gelegenheit, sich mit dem Leben des Bremers Rudolf Jacobs und seinem Einsatz für Freiheit und Menschenrechte bekannt zu machen.

Termin: 13.9.2021, 19 Uhr
Ort: Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack, Kirchheide 49
Seiteneingang (gegenüber Polizeirevier)
Anmeldung unter: info@werkstatt-antidiskriminierung.org

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 20 begrenzt. Hinweis: Die Veranstaltung findet entsprechend den am 13.9.21 gültigen Hygienebestimmungen statt Die 3-G-Überprüfung wird beim Einlass vorgenommen.


Die Benennung des großen Saales im Bürgerhaus Vegesack in LUDWIG BAUMANN-SAAL ist beschlossen!

   Ludwig Baumann ist am
   5. Juli 2018 gestorben.


Im 2. Weltkrieg desertierte Ludwig Baumann 1942 mit seinem Marinekameraden Kurt Oldenburg im besetzten Frankreich. Sie wollten sich dem verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieg der deutschen Faschisten verweigern.

Von der deutschen Militärjustiz wurden sie zum Tode verurteilt. Die Strafe wurde Dank der politischen Verbindungen von Ludwig Baumanns Vater in eine 12-jährige Freiheitsstrafe umgewandelt, die aber bis zum Kriegsende ausgesetzt wurde. Von dieser Strafänderung erfuhren sie aber im Todestrakt des Gefängnisses erst Monate später.

Nach Haftzeiten im Emslandlager Esterwegen und weiteren KZ-Aufenthalten kam Ludwig Baumann in das Wehrmachtsgefängnis in Torgau / Elbe. Schliesslich musste er noch Kampfeinsätze im Strafbataillon 500 erleiden, bei denen er schliesslich 1945 in der Ostukraine schwer verwundet wurde. Das Kriegsende überlebte er im Lazarett.

Nach dem Krieg litt Baumann noch viele Jahre unter den traumatischen Erfahrungen. Seit den 80er-Jahren engagierte er sich in der Friedens- und Umweltbewegung. 1986 beteiligte sich Ludwig Baumann mit ehemaligen Bundeswehrsoldaten und Wehrdienstverweigerern bei der Aufstellung des Denkmals 'Der unbekannte Deserteur' im Gustav-Heinemann-Bürgerhaus Vegesack.

Anfang der 90er-Jahre gründete Ludwig Baumann mit anderen Mitstreitern die 'Bundesvereinigung Opfer der NS-Justiz'. Das Ziel der Initiative, die Rehabilitierung der Kriegsverweigerer des 2. WK, konnte schliesslich nach jahrzehntelangen Kämpfen 2009 durch einen Bundestagsbeschluss erreicht werden.

Ludwig Baumann war dem Bürgerhaus Vegesack, auch wegen des Deserteur-Mahnmals, eng verbunden. Solange er gesundheitlich dazu in der Lage war, konnte man ihn sehr häufig im Bürgerhaus bei Veranstaltungen oder in der Cafeteria antreffen. Das Bürgerhaus war für ihn ein Ort, an dem er im Alltag Freunde und Mitstreiter traf.

2014 wurde ihm der "Franco-Paselli-Friedenspreis" der Friedensschule im Bürgerhaus übergeben.

Ludwig Baumann ist als engagierter Bürger und Kämpfer für Menschenwürde ein Vorbild für viele Menschen.
Sein Engagement wurde besonders national und international wahrgenommen und durch vielfältige Ehrenbezeugungen gewürdigt.


Straßenbenennung in Bremen-Aumund:
Ewald-Hanstein-Straße

Im Neubaugebiet der Aumunder Feldmark, zwischen Beckstraße und Aumunder Wiesen, soll eine Straße nach Ewald Hanstein benannt werden.

Ewald Hanstein war deutscher Sinto. Er lebte von 1954 bis 1966 in Bremen und ab 1976 bis zu seinem Tod 2009 in Vegesack.

Ewald Hanstein, am 5. Mai 2002, anlässlich der Verleihung des Franco-Paselli-Friedenspreises an ihn und der zweiten Aufführung des Gedenkkonzertes Cantate pour la vie zum Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus am 8. Mai 194 im Ruinenteil der ehemaligen U-Bootbunkerwerft Valentin in Bremen-Rekum

Am 16. Dezember 1942 erließen die Nationalsozialisten unter Heinrich Himmler Himmler den sog."Auschwitz-Erlass". Alles Sinti und Roma sollten verfolgt und vernichtet werden. Ewald Hanstein und seine Familie gehörten zu den Opfern.

Ewald Hanstein überlebte die Liquidierung und den Völkermord im sogenannten " Zigeuner-Familienlager" des Vernichtungslagers Auschwitz. Dort wurden seine Mutter Maria Hanstein und seine Schwestern Gertrud, Elisabeth, Lydia, Ramona und der Bruder Gregor, seine Großmutter und viele weitere Familienangehörige ermordet. Er überlebte auch die Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Seinen Vater Peter Hanstein sah Ewald Hanstein nach dessen Abtransport im Juni 1938 nicht wieder. Zusammen mit seinen Onkeln Karl, Siegfried und Paul wurden er in das KZ Sachsenhausen gebracht. Erst nach dem Krieg erfuhr Ewald Hanstein von einem Mithäftling des Vaters, dass dieser als Häftling des KZ Neuengamme ab 1943 im KZ-Außenlager Farge beim Bau der U-Bootbunkerwerft `Valentin` eingesetzt wurde:

"Dort fand Peter ein Feuerzeug und steckte es ein. Er war schon sehr schwach und wurde mit anderen arbeitsunfähigen Männern ins KZ Neuengamme zurückgebracht. Sie hatten ihn gefilzt, und das Feuerzeug gefunden. Man band ihm die Hände auf den Rücken zusammen und hängte ihn an einen Haken. Das hat er nicht überlebt."

"Manchmal liege ich abends im Bett und sehe ihre Gesichter deutlich vor mir: das meiner Mutter Maria, meines Vaters Peter, der Schwestern Gertrud, Elisabeth, Lydia und Ramona, meines Bruders Georg, dass von Großmutter und all den anderen. Niemand von Ihnen hat überlebt, selbst die Fotos haben die Nazis mir genommen und doch erinnere ich mich genau an sie. Ich wundere mich, daß ich noch lebe. Warum gerade ich."
(Zitat aus: "Meine hundert Leben", Donat Verlag Bremen 2009, Seiten 9 und 36)

Nach der Befreiung 1945 durch die Amerikaner lebte Ewald Hanstein bis 1954 in der ehemaligen DDR. Von dort floh er in die Bundesrepublik. Seit 1954 wohnte er mit kurzen Unterbrechungen in Bremen, zuletzt lange Jahre in der Aumunder Feldstraße.

"Ich war Schlosser, Musiker, Autohändler, Handelsvertreter, Gastwirt und Ladenbesitzer, und ich bin Vater, Großvater und Ehemann."
(Zitat aus: "Meine hundert Leben", Donat Verlag Bremen 2009, S. 10)

Als Mitglied des Ausschusses des Bremer Landesamtes für Wiedergutmachung seit 1989 setzte Ewald Hanstein sich für angemessene Entschädigungen für alle Opfer und Überlebenden des Völkermordes und des nationalsozialistischen Terrors ein. Die bereits in den 50-er Jahren erfolgten Wiedergutmachungszahlungen an die Sinti und Roma, auch an seine Familie, waren unzureichend gewesen und entwürdigten viele Opfer, denn zuständig für Überprüfung der Ansprüche waren in den 50-er und 60-er Jahren oft die gleichen Behördenmitarbeiter, die während der Nazizeit mitbeteiligt waren an Erfassung, Verfolgung und Abtransport. Deshalb sprach Ewald Hanstein von einer zweiten Verfolgung.

Seit 1979 war Ewald Hanstein Mitglied im Landesvorstand, und Mitte der 80er Jahre wurde er zum Vorsitzenden des Landesverbandes deutschen Sinti und Roma in Bremen und des Bremer Sinti-Vereins gewählt.

Gemeinsam mit Romani Rose vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma, Otto Rosenberg aus Berlin und Ricki Adler aus Frankfurt und Mitgliedern anderer Landesverbände baute er die Bürgerrechtsarbeit der Sinti und Roma in Deutschland auf. Er war Mitglied des europäischen Häftlings-Komitees der Gedenkstätte Mittelbau-Dora und Vertreter verschiedener Opferverbände.

1995 weihte Ewald Hanstein auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofs in Bremen eine Gedenktafel für die aus Bremen deportierten und in Auschwitz ermordeten Sinti und Roma ein.

In Zusammenarbeit mit dem Zentralrat, dem damaligen Bremer Bürgermeister Klaus Wedemeier und Vertretern des Bremer Senats gelang es Ewald Hanstein und dem Landesverband der deutschen Sinti und Roma in Bremen, den 16. Dezember zum Gedenktag an den Völkermord an den Sinti und Roma zu erklären. Seitdem findet an jeden 16. Dezember das Gedenken im Bundestag statt.

Ewald Hanstein hat bis zu seinem Tod in Vorträgen in Gedenkstätten, in Schulen, auf Tagungen und in der Öffentlichkeit über den Völkermord an der Minderheit informiert, und um eine angemessene staatliche Unterstützung für die Überlebenden gekämpft.

Ewald Hanstein setzte sich als ehemaliger Verfolgter und Zeitzeuge bis zu seinem Tode dafür ein, dass Ursachen und Folgen des deutschen Faschismus bekannt wurden. Er forderte, sich jederzeit rechtsextremen Strömungen wirkungsvoll entgegen zu stellen.

Für seinen Kampf gegen jede Form von Rassismus, für die Anerkennung der Sinti und Roma als deutsche Minderheit und für sein politisches Wirken erhielt Ewald Hanstein mehrfach öffentliche Anerkennung, u. a:

  • 2002 wurde ihm im Bunker `Valentin, anlässlich des Gedenkkonzertes " Cantate pour la Vie" der "Franco-Paselli-Friedenspreis" der Internationalen Friedensschule Bremen überreicht.
  • 2006 erhielt er im Bremer Rathaus das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Am 27. Januar 1999 hielt Ewald Hanstein in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslage Auschwitz eine Rede. Gerade in der jetzigen Zeit, wo rechtsextreme Positionen wieder erstarken, sollten wir Ewald Hansteins Mahnung verstehen:

  • Wir müssen Rassismus, Antisemitismus, Antiziganismus und Fremdenfeindlichkeit bekämpfen, wo sie ihre ekelhafte Fratze zeigen.
  • Wir müssen "nein" sagen, wo verächtlich über andere geredet wird!
  • Wir müssen "nein" sagen, wo Gewalt propagiert oder verniedlicht wird!
  • Wir müssen "nein" sagen, wo Egoismus und Konsum als höchste Lebensziele gepriesen werden!
  • "Die Würde des Menschen ist unantastbar!" Dieses Gebot unseres Grundgesetzes, aus der Erfahrung von Auschwitz aufgeschrieben, bleibt die Richtschnur für unser gesellschaftliches Leben, für eine demokratische und humane Zukunft.

(Zitat aus: "Meine hundert Leben", Donat Verlag Bremen 2009, S.165


Führungen und Seminare im ehemaligen U-Boot-Bunker 'Valentin'


Der U-Boot Bunker Valentin Führungen nach vorheriger Anmeldung.

Bunkerführungen beginnen am Mahnmal 'Vernichtung durch Arbeit' vor dem Bunkereingang.

Zur Einführung werden Informationen über die Struktur und die Ziele der 'Rüstungslandschaft' während der NS-Zeit in der Region Bremen gegeben und es wird vom Widerstand gegen das NS-Regime und von der Einrichtung der ersten Konzentrationlager in Bremen berichtet. Im Mittelpunkt der Führungen stehen aber Schilderungen der Arbeits- und Lebensbedingungen der beim Bunkerbau zur Zwangsarbeit eingesetzten Häftlinge.

  • Dauer ca. 1,5 Stunden

Führungen im ehemaligen Lagergelände

  • Dauer ca. 2,5 Stunden

Bildungs(urlaubs)seminare, Stadtrundgänge und Stadtrundfahrten zu Orten der Verfolgung und des Widerstandes in der Region Bremen-Nord können individuell vereinbart werden. Die dabei angesprochenen Themen befassen sich u.a. mit der Verfolgung von Bürgern jüdischen Glaubens, politischen Gegnern des NS-Systems und Minderheitengruppen in der Gesellschaft. Es wird vom Schicksal der Zwangsarbeiter in Rüstungsbetrieben berichtet und es werden Initiativen vorgestellt, die sich für die Errichtung von Gedenkstätten und 'Stolpersteinen' für die Opfer des Faschismus als Lernorte einsetzen. Aktuelle interkulturelle, ethnische und soziale Konflikte und Kriege werden in die Reflexion über Ursachen und Folgen von Krieg und Gewalt einbezogen.

  • Dauer nach Vereinbarung

Bunker

Abbildung: Fotomontage, Rainer Habel


Spurensuche – Begegnungsseminar in Sasso Marconi bei Bologna

Mehr Information auf unserer Seite für Tagungen

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